Weltladenkampagne zum Thema “Flucht”

Auf Grund der aktuellen Lage haben wir im vergangenen Jahr erstmals das Thema „Flucht“ gewählt. Die UN berichtet von bis zu 60 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind – so viele wie noch nie. Die Zahl der sogenannten Binnenflüchtlinge –das sind Menschen, die innerhalb ihrer Länder bleiben und keine Staatsgrenzen überschreiten ­ wird auf 400 Millionen geschätzt, also das Zehnfache. Auch hier ist die Tendenz steigend (Hartmut Ine, in: movum 1/2016, Seite 4). Nicht nur Krieg und Verfolgung sind Fluchtgründen. Viele Menschen migrieren auch auf Grund der wirtschaftlichen Perspektivenlosigkeit oder der Folgen des Klimawandels aus ihrer Heimat (beispielsweise wegen Dürre oder Überschwemmungen). Im „seligen Europa“ waren viele von den Migrationsströmen der vergangenen Jahre überrascht. Nicht nur der Hausverstand, sondern auch Studien und Informationen von ExpertInnen sagten dies schon lange voraus. Probleme, die wir in der nördlichen Hemisphäre mitverursachen, bringen die Menschen dazu, sich „auf den Weg zu machen“.

 

 

FLUCHT HAT VIELE URSACHEN – DEUTLICH WIRD VOR ALLEM EINES: KLIMAWANDEL TREIBT MENSCHEN IN DIE FLUCHT

Über 20 Millionen Menschen verlieren jährlich durch Stürme oder Überschwemmungen ihr Zuhause. Durch die Erderwärmung dürften extreme Wetterereignisse noch weiter verschärft werden (Zeit im Bild, 3.11.2017). Besonders betroffen sind Menschen, die am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind: die Ärmsten aus den ärmsten Staaten. Sie können sich viel schlechter an den Klimawandel anpassen, da ihnen dazu die Ressourcen fehlen. Sie sind schlichtweg zu arm (movum 01/2016). Daher widmen wir in diesem Jahr den Weltladentag dem Thema Klimawandel und Flucht, und beleuchten, auf welche Weise sich unsere ProduzentInnen an den Klimawandel anpassen bzw. sich für den Klimaschutz einsetzen und gehen auch der Fragestellung nach, was wir selbst im Alltag tun können, um diese Initiativen zu unterstützen.

 

SOLIDARITIÄT IST GRENZENLOS

 Mit der Kampagne rund um den Weltladentag übernehmen wir Verantwortung. Wir übernehmen Verantwortung im Sinne von „Hinschauen statt wegschauen“ und in Hinblick auf die Aufbereitung von differenzierten Informationen für Interessierte. Wir holen ein Thema aus der scheinbaren Versenkung, das über unsere Zukunft entscheiden wird und zeigen deutlich, was wir denken. Solidarität ist grenzenlos – mit jenen Menschen, die am stärksten von den Folgen des Klimawandels und den Schattenseiten einer ungerechten Wirtschaftspolitik betroffen sind.